Allgemein · Rezensionen

Verspielt von Senta Richter

 

»Verbrenn dich nicht… Dieses Spiel spiele ich viel besser als du, Schlampe.«

Ich bin ja bereits seit der OPUS-Reihe (Rezis sind hier und hier zu finden) ein riesengroßer Fan von der wundervollen Senta Richter und verfolge ihre Autorenlaufbahn über Instagram, Facebook und ihren Blog. Natürlich war ich direkt Feuer und Flamme, als ich erfuhr, dass es sich bei ihrem neuen Projekt um einen Jugendthriller handeln sollte. Und ich war noch aufgeregter, als ich erfuhr, dass ich bei einer Vorab-Leserunde mitmachen durfte. An dieser Stelle: Vielen lieben Dank dafür! Ich hatte wieder großen Spaß beim Lesen und beim Austausch mit  den anderen Lesern und natürlich auch mit Dir, liebe Senta!  😉

SentaRichter

„Verspielt“ erzählt die Geschichte von Hanna Vogelsang, die zusammen mit ihrer Familie aus ihrer geliebten Großstadt in ein kleines abgelegenes Walddorf zieht, um endlich ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und neu an zu fangen. Denn Hanna hat etwas Schreckliches getan – etwas so schreckliches, dass ihr jetziges Leben nachwirkend davon bestimmt wird. Doch Hanna setzt alles daran ihren Eltern und sich selbst zu beweisen, dass so etwas nicht wieder passieren wird. Dass sie sich im Griff hat. Und zunächst scheint auch alles nach Plan zu verlaufen. Sie findet schnell neue Freunde und Jake, Schulschwarm und Lehrerliebling, scheint sich für sie zu interessieren. Doch dieser zeigt bald sein wahres Gesicht und demütigt Hanna vor der gesamten Schule. Ein Racheplan muss her! Niemand legt sich mit Hanna an und kommt ungeschoren davon. Aber schnell wird klar, dass an der Gutenberg-Privatschule nicht alles so idyllisch abläuft, wie es zu Beginn den Anschein macht. Aus einem harmlosen Racheakt wird schnell bitterer Ernst und zwischen tödlicher Vergeltung, gefährlichen Intrigen und mysteriösen Drohungen weiß Hanna bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht, geschweige denn, wem man noch vertrauen kann.

Das Buch beginnt mit einem spannenden Prolog, der bereits interessante Details zu Hannas Vergangenheit preisgibt, aber das Eigentliche noch verbirgt. Die ersten Seiten sind nur so dahin geflogen, da die Geschichte bereits zu Beginn mit sehr viel Spannung aufgeladen ist, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte, es trotzdem das ein oder andere Mal tat, um durchzuatmen. Schnell möchte man mehr über Hanna und ihre Vergangenheit herausfinden. Was hat sie zu ihrer Tat verleitet? Wieso musste sie ihre alte Schule verlassen?

Mir ist direkt Hannas aufsäßiges und rebellisches Verhalten aufgefallen, was sie nicht zuletzt in Schwierigkeiten bringt. Senta schafft es aber gekonnt wichtige Bezüge zwischen Hanna und dem Leser aufzubauen, indem sie den Charakter der Figur durch Tiefgang und viel Gedankenreichtum ausbaut und so gewisse Sympathien herstellt. Ich konnte mich sehr gut in Hanna hinein versetzen und habe mich sogar dabei erwischt, wie ich sie in bestimmten Situationen sogar heimlich anfeuerte. Demnach konnten ihre Entscheidungen von mir logisch nachvollzogen werden und ihre kreativen Rache-Ideen haben mich verblüfft. Ich konnte Hannas Gefühle nach der Demütigung sehr gut spüren, allerdings war ich von ihrer Beharrlichkeit doch ein wenig überrascht, selbst als sie kurz vor dem Auffliegen steht, verfliegt ihr Wunsch nach Vergeltung nicht. Doch betrachtet man ihr Verhalten nach Beenden des Buches erneut, wird ihre Motivation auf tragische Weise deutlich.

Jake war mir zu Beginn des Buches sehr sympathisch, da er durch sein witziges und charmantes Auftreten, sowie durch seine Schlagfertigkeit zunächst liebenswürdig erscheint. Doch nach und nach zerbricht dieser erste Eindruck in tausend kleine Scherben und zurück bleibt ein sehr gegensätzliches und vor allem scheußliches Bild von ihm.

Die weiteren Charaktere sind auch sehr schön herausgearbeitet und wirkten auf mich äußerst real und authentisch. Sentas Schreibstil ist sehr flüssig, locker und bildhaft. Sie beschreibt Situationen, Orte und Personen so ausdrucksvoll, dass die Szenen direkt in meinem Kopf deutlich entstehen konnten.

Bereits in ihrer OPUS-Reihe weiß Senta es gekonnt spannende Wendungen und Plot-Twists in ihre Geschichte einzubauen, ohne die Logik und die Ernsthaftigkeit der Geschichte zu stören. Und genau so schafft sie es auch in „Verspielt“ den Leser an der Nase herum zu führen, sodass dieser glaubt eine mögliche Lösung des Rätsels gefunden zu haben, nur um ihn dann doch wieder eines Besseren zu belehren. So haben mich die spannenden Wendungen in der Geschichte teilweise richtig kalt erwischt. Insbesondere diese eine Sache habe ich absolut nicht kommen sehen. Respekt! Ich war erschüttert. Richtig erschüttert. Zudem weist die Geschichte ein große Vielfältigkeit und Kreativität auf, die in den verschiedenen Intrigen und Machenschaften deutlich wird, in die die verschiedenen Figuren nach und nach hineingezogen werden ehe alles eskaliert.

Mit dem Ende hatte ich so nicht gerechnet und war über die Auflösung der Geschehnisse wirklich überrascht. Trotz Miträtseln bin ich der Rätsels Lösung nicht auf die Schliche gekommen. Mit „Verspielt“ versucht sich Senta Richter mal an einem völlig neuen Genre und der Versuch ist ihr wirklich geglückt. Der Jugendthriller hat alles, was ein solches Buch für mich beinhalten sollte – Rache, Intrigen, mysteriöse Geheimnisse und Verschwörungen. Das ein oder andere Mal wurde ich auch an Pretty Little Liars erinnert, was ich keineswegs als negativ einstufe, da „Verspielt“ ein tolles Werk mit vielen eigenständigen Ideen der Autorin ist und somit in der Liga einer Sara Shephard locker mitspielen kann.

 

Ich habe mich wirklich großartig unterhalten gefühlt und die Geschichte rund um Hanna konnte mich richtig mitreißen. Ich bin gespannt, ob wir vielleicht noch mehr von Senta Richter in diesem Genre zu sehen bekommen. Es liegt ihr zumindest fantastisch.

(Am 10. März 2017 erscheint das Buch als eBook und ist kurze Zeit danach auch als Taschenbuch erhältlich!)

Ich vergebe 5 von 5 Lissies

5lissies

Eure Lisa ❤

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