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Rezension: Verloren – Karolyn Ciseau

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Mit großer Vorfreude habe ich den dritten Band der Zeitenwanderer-Chroniken erwartet. Bereits seit Band 1 „Gefangen“ bin ich ein riesiger Fan von Karolyn Ciseau und ihrer Zeitreise-Buchreise. Wer mich kennt, weiß, dass die Edelstein-Trilogie und die Zeitenzauber-Trilogie eine meiner liebsten Buchreihen sind und ich ständig auf der Suche nach neuen abenteuerlichen und romantischen Zeitreise-Romane bin. Die ersten beiden Bände der Zeitenwanderer-Chroniken haben mich bereits total begeistert, da sie genau dem entsprechen, was für mich eine tolle Zeitreise-Geschichte ausmacht. Abenteuer. Intrigen. Geheimnisse. Vergangene Zeiten. Historische Ereignisse. Leidenschaft. Eine tapfere und mutige Hauptfigur. Eine Liebe, die durch Raum und Zeit geht. Und natürlich ein Konzept, was nicht direkt im ersten Band zu durchschauen ist.

All das bietet auch der dritte Band der Reihe, der mit dem Titel „Verloren“ bereits eine spannende Geschichte andeutet.

Endete der letzte Band damit, dass sich Alison und Gregor voneinander verabschiedeten, da eine Liebe unter den vorherrschenden Bedingungen unmöglich erscheint, so finden wir unsere Protagonistin zu Beginn des dritten Teils von Frust und Einsamkeit geplagt wieder. Ihre Freunde Ben und Melissa aus ihrer Zeit kehren ihr langsam den Rücken zu und verstehen absolut nicht, was in Alison vorgeht. Um aus ihrem Trübsal auszubrechen, reist Alison kurzerhand an die Harvard Universität, um das dortige Zeitreise-Institut aufzusuchen. Sie erhofft sich vor allem Antworten auf ihre vielen Fragen bezüglich der Prophezeiung und natürlich, was es mit den anderen Zeitreisenden auf sich hat, die durch die Vergangenheit streifen und diese verändern.

Und natürlich erwartet Alison im Zeitreise-Institut eine neue Reise in die Vergangenheit. Dieses Mal zieht es unsere Protagonistin Alison ins 8. Jahrhundert nach Norwegen – direkt zu den Wikingern, wo Gewalt und nordische Göttermythen das tägliche Leben bestimmten. Und wäre das nicht schon spannend genug, trifft sie auch Gregor wieder. Allerdings lange bevor sie sich zum ersten Mal im Jahre 1324 in Irland begegnen.

War Gregor bisher immer sehr verschlossen, was seine Vergangenheit und seine Taten bezüglich der Prophezeiung angingen, so erhält Alison nun einen direkten Einblick in sein Leben bevor er der starke, dominante und draufgängerische Gregor geworden ist, den wir in Band 1 und Band 2 kennenlernen durften.

Dieser frühere Gregor ist von Einsamkeit, Traurigkeit und Zweifeln zerfressen, er weiß nicht wirklich, was er tun und welchen Weg er einschlagen soll. Die Prophezeiung scheint ihm zu dieser Zeit noch nicht ganz so wichtig zu sein, da er seinen Kummer lieber in Alkohol ertränkt, was dazu führt, dass er Traum und Wirklichkeit nicht immer auseinander halten kann.

Alison hingegen kann sich nicht von ihm fern halten, auch wenn das bedeutet, dass sie zwischen die Fronten von zwei miteinander im Kampf liegenden Clans von Wikingern gerät…

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Die Autorin hat es wieder geschafft mir die Emotionen und Empfindungen, die Alison während ihrer Zeitreise bei den Wikingern erlebt, real und schonungslos vor Augen zu führen. Während ich die Geschichte las und miterlebte, wie es Alison die ersten Tage im 8. Jahrhundert erging, spürte ich förmlich die Kälte und das feuchte Wetter ebenso sehr, wie die Protagonistin. Auch die steinige Landschaft, die schroffen Rituale und rauen Umgangsformen der Wikinger, sowie die unkomfortable Lebensweise sind überaus lebendig dargestellt worden und ich konnte mich gut in die Protagonistin hinein versetzen, wobei ich mich sicherlich nicht so ohne weiteres an diese gefährliche Zeit anpassen könnte.

Die Charaktere sind wieder einmal äußerst real gestaltet worden – mit Ecken und Kanten. Und eigenen Problemen und Hürden, die zu meistern sind. Die dargestellten Personen des 8. Jahrhunderts werden so für den Leser derart greifbar, dass man sie in sein Herz schließt und für sie ein gutes Ende erhofft, auch wenn dies nicht immer eintrifft. Ich finde den Gedanken etwas traurig, dass all diese Menschen in Alisons Gegenwart im Jahre 2062 nicht mehr existieren werden und lediglich als etwas Vergangenes anzusehen sind. Aber das ist wohl einer der Nachteile, wenn man durch die Zeit reisen kann. Eine Tatsache, die Alison ebenfalls zu belasten scheint.

Befasste sich der zweite Band „Geblendet“ vermehrt mit der Liebesbeziehung zwischen Alison und Gregor, sowie dem Problem des Eingreifens in die Geschichte, so widmet sich „Verloren“ Gregors Vergangenheit. Wer sich jetzt eine ausführliche Erklärung von Gregors Charakter und seinem zukünftigen Verhalten erhofft, wird sich noch etwas gedulden müssen. Der Leser wird vielmehr mit einzelnen Facetten aus Gregors Vorgeschichte konfrontiert, welche als kleine Puzzleteile Hinweise auf das große Ganze geben – ohne zu viel zu verraten. Auch die Prophezeiung nimmt einen größeren Teil als noch im vorherigen Band ein. So wird Alison mit neuen Fragen konfrontiert und findet neue Motivation Gregor bei seinem Kampf gegen die mysteriösen Zeitreisenden, die die Vergangenheit durcheinander wirbeln, zu unterstützen.

Die Autorin hat zudem weitere interessante Faktoren in die Geschichte eingebaut, die ich so nicht erwartet hatte, die der Geschichte aber eine spannende neue Richtung geben und vielleicht sogar ein wenig über die Herkunft der Prophezeiung verraten.

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Im Großen und Ganzen konnte mich der dritte Band der „Zeitenwanderer-Chroniken“ voll und ganz überzeugen – auch wenn erneut nicht alle Geheimnisse gelüftet werden. Da die Reihe jedoch auf sieben Bände ausgelegt ist, bin ich mir sicher, dass noch einige Fragen und Antworten auf mich als Leser warten werden, die dem Rätsel rund um Gregors Unsterblichkeit und Alisons „Eintreten“ in die Vergangenheit, zugrunde liegen. Doch gerade dieses schrittweise Heranführen an die Auflösung der Geschehnisse machen die Reihe für mich spannend und lesenswert.

Wobei ich die Idee, Alison bei ihrem dritten Abenteuer auf einen frühen Gregor treffen zu lassen, als einen glorreichen Schachzug ansehe! Ein toller Einfall, liebe Karolyn!

Ich bin schon sehr gespannt, ob sich Gregor wirklich nicht an das „erste“ Treffen mit Alison erinnern kann oder ob alles wieder einem höheren Ziel dient, welches Alison und der Leser noch nicht erahnen können.

Ein wenig schade fand ich lediglich, dass der Teil der Geschichte, der in Alisons Gegenwart spielt, relativ kurz gehalten ist. Ich hätte liebend gerne noch etwas mehr über das Jahr 2062, Alisons Leben dort und den Konflikt mit Ben und Melissa erfahren. Auch hätte ich gerne mehr über das Zeitreise-Institut in Harvard und die Studenten dort erfahren. Aber ich bin mir sicher, dass diese Themen in den Folgebänden ausführlicher aufgegriffen werden und die Autorin noch nicht zu viel verraten möchte.

Eine spannende und abenteuerliche Fortsetzung der vorangegangenen Bände, die mich erneut mitreißen konnte. Ich erwarte nun mit großer Vorfreude und Ungeduld den nächsten Band der Reihe!

Ich bedanke mich zudem vielmals bei Karolyn Ciseau für die Möglichkeit ihren Roman erneut als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen! Vielen lieben Dank! 🙂

Ich vergebe 5 von 5 Lissies!

5lissies

  • Das eBook wurde mir liebenswerter Weise von der Autorin zur Verfügung gestellt. Meine Rezension wurde trotzdem unabhängig davon und vollkommen neutral verfasst.
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